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Kaiser Heinrich II. (+1024) und seine Gemahlin Kunigunde (+1033) haben das von ihnen 1007 gegründete Bistum Bamberg mit wertvollen liturgischen Geräten, Reliquien, Paramenten und Büchern ausgestattet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Domschatz mehrmals durch Kontributionsforderungen dezimiert. Die Verluste konnten durch Spenden der Bischöfe und der Domherren jedes Mal ersetzt werden.

Mit der Säkularisation des Fürstbistums Bamberg 1802/1803 kam das Ende des alten Domschatzes. Kunstwerke von außerordentlichem Rang gingen dabei unwiederbringlich verloren oder wurden versteigert. Nur die unverkäuflichen Reliquien und Reliquiare blieben im Dom zurück. Alle Erinnerungsstücke an Heinrich und Kunigunde wurden nach München gebracht. Die Kaisermäntel kamen 1851 wieder nach Bamberg zurück.

Zur 900-Jahr-Feier des Bistums Bamberg 1907 plante das Metropolitankapitel die Errichtung eines Diözesanmuseums an Stelle der Domschatzkammer. Bis zur Verwirklichung sollten jedoch noch 60 Jahre vergehen. 1966 erfolgte die Eröffnung des Diözesanmuseums in der Trägerschaft des Metropolitankapitels. 1991 und 1992 wurden die Schauräume im Kapitelhaus neu eröffnet. Eine Erweiterung erfolgte 2005.

Das Diözesanmuseum präsentiert fast ausschließlich Sakralkunst. Von größter Bedeutung sind vor allem die hochmittelalterlichen Textilien im Obergeschoss: In besonderer Weise die Kaisermäntel des 11. Jahrhunderts: Der Sternenmantel mit einer Widmung an Heinrich, die beiden Mäntel der HI. Kunigunde sowie der Reitermantel (12. Jahrhundert). Der Ornat des Papstes Clemens II., des vormaligen Bamberger (+1047), aus seinem Grab im Westchor des Bamberger Domes ist der älteste nahezu vollständig erhaltene Papstornat des 11. Jahrhunderts.

Aus dem Grab des Bamberger Bischofs Gunther (+1065) stammt ein Seidentuch, möglicherweise ein Geschenk des byzantinischen Kaisers. Um 1500 entstand im Dominikanerinnenkloster zu Bamberg ein gewebter Wandteppich mit Szenen aus der Leidensgeschichte. Daneben sind gotische und barocke Messgewänder sowie ein Ornat aus Lyoner Brokat-Seide ausgestellt.

Weitere Exponate sind: Ein Elfenbeinkruzifix des 12. Jahrhunderts, das Domkreuz (11.-19. Jahrhundert), das heute noch an Fronleichnam von 18 Männern durch die Straßen der Stadt Bamberg getragen wird, Reste des Domschatzes und des Schatzes von St. Michael, der Osterleuchter des 12. Jahrhunderts, die barocken Ostensorien für die Häupter von Heinrich und Kunigunde sowie eine barocke silberne Prozessionsmadonna des 18. Jahrhunderts.

An liturgischen Geräten zeigt das Diözesanmuseum: Tragaltärchen des 12. Jahrhunderts, Kelche aus verschiedenen Jahrhunderten, Monstranzen, Gefäße für Wein und Wasser, Rauchfässer und Kreuze. Ein Teil der Exponate wird auch heute noch bei festlichen Gottesdiensten benutzt. Damit dienen sie auch in unseren Tagen dem Zweck, zu dem sie geschaffen wurden: zur Ehre Gottes. (Diese Zeugnisse der Vergangenheit können auch heute noch dem religiösen Glauben Ausdruck verleihen.)

Außerdem befinden sich noch im Obergeschoss Figuren der gotischen Zeit, Teile des Veit-Stoß-Altares und Gemälde.

 
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